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Punk, Postpunk und die deutschen 20er
Dresden Dolls - Brechtian Punk Cabinet

Wenn eine amerikanische Band sich Dresden Dolls nennt, mit dem Bombenkrieg kokettiert und sich auf Kurt Weill beruft, mag das auf den ersten Blick verwundern. Doch wer sich ein wenig in der (Indie-)Musikgeschichte auskennt, weiss, dass sich im Übergang von Punk zu Postpunk und schließlich zur Gothic-Bewegung ein ganze Menge Bands auf die deutsche Kultur in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts beriefen. Prominentester Vertreter bis heute war sicher die Band Bauhaus. Mit dem an allen Fronten laufenden Revival der 80er Jahre, war es also nur eine Frage der Zeit, bis wieder junge Kunststudenten dieses Thema für sich entdecken.
Das Duo The Dresden Dolls, bestehend aus Songschreiberin Amanda Palmer (Gesang, Klavier) und Brian Viglione (Drums, Gitarre) setzt genau hier an, macht sich Brechtsche Theatertheorien zu eigen und eroberte so den amerikanischen Nordosten.
Musikalisch erinnert hier dann auch manches an den Punk der frühen 80er und speziell Palmers Gesang gemahnt immer wieder an eine Ikone der damaligen Szene, nämlich Siouxsie von Siouxsie and the Banshees. Die Songs sind ruppig und emotional produziert. Ein schweres Klavier dominiert die Szene und es rockt schon mal heftig, wenn Amanda Palmer die Wut packt. Entsprechend ihrem Brechtschen Ansatzes - dem "epischen Theater", dass eine Identifikation des Publikums mit dem Protagonisten auf der Bühne verhindern will - gibt es wenig gefälliges auf dieser Platte. Anspieltipps sind "Girl Anachronism" mit einem entfesselten Frauenchor und "Coin Operated Boy.
Das erste Album der Dresden Dolls erscheint am 6.9.2004.
Live kann man die Band am 24.9.2004 im Knaack Klub erleben.
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